Hundepension

Eine passende Hundepension zu finden, ist für viele Hundehalter eine wichtige Entscheidung. Schließlich soll der Vierbeiner während Urlaub, Geschäftsreise oder anderer Abwesenheiten sicher, zuverlässig und liebevoll betreut werden. Doch woran erkennt man eine gute Hundepension und welche Kriterien sind bei der Auswahl entscheidend? Im TierSwiss.ch Ratgeber erfahren Sie, worauf Sie bei Betreuung, Unterbringung, Kosten, Sicherheit und einem Probetag achten sollten, damit Sie die passende Hundepension für Ihren Hund finden.

Was ist eine Hundepension?

Eine Hundepension ist eine Einrichtung, die Hunde für einen begrenzten Zeitraum aufnimmt, etwa während eines Urlaubs oder eines Wochenendes. Je nach Anbieter werden die Hunde einzeln, in kleinen Gruppen oder gemeinsam mit anderen Hunden untergebracht. Zusätzlich bieten einige Pensionen Tagesbetreuung, Spaziergänge, Beschäftigungsprogramme oder die Versorgung von Hunden mit besonderen Anforderungen an.

Die Qualität der Betreuung kann stark variieren. Daher sollte der Preis nicht das alleinige Kriterium für die Auswahl einer Hundepension sein.

Eine gute Hundepension frühzeitig suchen

Gerade in den Ferienzeiten sind die begehrten Hundepensionen oft schon Wochen, wenn nicht sogar Monate, im Voraus ausgebucht. Starten Sie deshalb am besten so früh wie möglich mit der Suche.

Der Bonus dabei: Sie haben genug Zeit, sich die Pension in Ruhe anzusehen und vielleicht sogar einen Schnuppertag oder eine Testnacht zu planen. So muss Ihr Vierbeiner nicht über Nacht in einer völlig fremden Umgebung ausharren.

Der Erstkontakt

Achten Sie vom ersten Moment an darauf, wie die Personen auf Sie und Ihren Hund reagieren. Werden Ihre Fragen bereits am Telefon kompetent und freundlich beantwortet? Gibt es klare Aussagen zu Preisen und Leistungen? Besteht echtes Interesse an Ihrem Tier und seinen individuellen Bedürfnissen, oder entsteht der Eindruck, dass hauptsächlich finanzielle Interessen im Vordergrund stehen?

Ein erstes Kennenlernen sollte grundsätzlich kostenfrei sein. Einige Tierbetreuer verlangen bereits für das erste Kennenlernen eine Gebühr. Dies kann dazu führen, dass sich Interessenten im Anschluss dazu verpflichtet fühlen, die Betreuung tatsächlich zu buchen. Zwar ist es nachvollziehbar, dass die betreuende Person ihre Zeit als wertvoll betrachtet, dennoch sollte es auch in ihrem Interesse liegen, sich ausreichend Zeit zu nehmen, um Sie und Ihren Hund in Ruhe kennenzulernen.

Hundepension besichtigen

Ein Besuch in der Hundepension vor der Buchung ist Pflichtprogramm für jeden verantwortungsvollen Hundebesitzer.

Werfen Sie einen prüfenden Blick auf das Gesamtbild: Sind die Unterkünfte und Schlafplätze sauber, sicher und grosszügig bemessen?

Die Aussenanlagen sollten ausbruchsicher sein, aber auch genügend Rückzugsorte bieten, damit sich die Vierbeiner entspannen können. Natürlich ist es in einer Gruppe von Hunden nie ganz still – doch wenn permanent Chaos herrscht oder die Tiere auf zu engem Raum leben, sollten Sie misstrauisch werden.

Und vergessen Sie nicht zu fragen, wo Ihr Liebling die Nacht verbringt und wie die Aufsicht in den dunklen Stunden organisiert ist.

Nicht jeder Vierbeiner ist ein Rudeltier

Manche Hunde lieben das Gewusel mit ihren Artgenossen. Andere wiederum empfinden eine ganze Meute als ziemlichen Stressfaktor.

Eine gute Hundepension nimmt deshalb Rücksicht auf Wesen und Bedürfnisse des jeweiligen Hundes. Alter, Größe und Rasse allein sind keine ausreichenden Kriterien.

Auch Sozialverhalten, bisherige Erfahrungen, Gesundheitszustand und die individuelle Empfindlichkeit gegenüber Stress zählen. Gerade bei älteren, unsicheren oder körperlich angeschlagenen Hunden kann eine kleinere Einrichtung oder eine persönliche Betreuung die klügere Wahl sein.

Erkundigen Sie sich nach Erfahrung und Kompetenz Wer seinen Hund fremden Händen überlässt, sollte wissen, wer sich tatsächlich um ihn kümmert.

Fragen Sie nach der Erfahrung und gegebenenfalls nach der fachlichen Qualifikation der Mitarbeitenden.

Besonders aufschlussreich ist, wie die Betreuenden mit Streitigkeiten unter Hunden, Angstverhalten, Futterneid oder anderen heiklen Situationen umgehen.

Auch das Konzept für Training und Betreuung zählt. Lassen Sie sich erläutern, welche Methoden zum Einsatz kommen und wie unerwünschtes Verhalten behandelt wird.

Das Vorgehen sollte zu Ihren Vorstellungen eines respektvollen Umgangs mit Ihrem Hund passen.

Der Probetag

Ein Probetermin in der Hundepension erweist sich für beide Parteien als durchaus lohnenswert. Die betreuende Person bekommt einen Eindruck von Ihrem Vierbeiner und kann abschätzen, wie dieser auf die fremde Umgebung reagiert. Ihr Hund wiederum sammelt erste Erfahrungen in der Einrichtung, ohne gleich lange bleiben zu müssen. Falls ein ausgedehnterer Aufenthalt ansteht, bietet sich im Anschluss eine Testnacht an.

Achten Sie nach der Betreuung auf das Verhalten Ihres Hundes. Eine gewisse Erschöpfung nach einem ereignisreichen Tag ist völlig normal. Hingegen sollten auffällige oder länger anhaltende Wesensveränderungen Ihre Aufmerksamkeit erregen und ein Gespräch mit der Pension nach sich ziehen.

Golden Retriever mit Strohhut und Sonnenbrille lehnt auf gelbem Koffer am Strand

Wichtige Fragen:

  • Wie viele Hunde werden gleichzeitig betreut?
  • Wie und wo wird mein Hund untergebracht?
  • Wie werden Hunde für Gruppen ausgewählt?
  • Wie sieht ein typischer Tagesablauf aus?
  • Wie häufig gibt es Spaziergänge und Ruhezeiten?
  • Kann mein Hund sein gewohntes Futter bekommen?
  • Können notwendige Medikamente verabreicht werden?
  • Was passiert bei Krankheit oder Verletzungen?
  • Wie ist die Hundepension versichert und welche Vertragsbedingungen gelten?
  • Kann mein Hund vor dem eigentlichen Aufenthalt einen Probetag absolvieren?
  • Gibt es versteckte Zusatzkosten die auftauchen können?

 

Eine seriöse Hundepension sollte diese Fragen offen beantworten können.

Gesundheit, Impfungen und Parasiten

Seriöse Hundepensionen haben in der Regel klare Vorstellungen davon, welche gesundheitlichen Bedingungen ein Hund mitbringen muss.

Erkundigen Sie sich rechtzeitig, welche Impfungen oder Gesundheitsnachweise erforderlich sind und wie es mit Floh-, Zecken- oder anderen Parasitenschutz gehandhabt wird. Die genauen Anforderungen können von Pension zu Pension und je nach Region unterschiedlich ausfallen.

Teilen Sie dem Betreuungsteam zudem alle relevanten Informationen zu bestehenden Krankheiten, Allergien, Unverträglichkeiten und Medikamenten Ihres Hundes mit.

Medikamente in der Hundepension

Falls Ihr Hund regelmässig Medikamente braucht, sollten Sie schon vor der Buchung abklären, ob die Pension diese zuverlässig verabreichen kann.

Geben Sie Medikamente am besten in der Originalverpackung ab und legen Sie klare, schriftliche Hinweise zu Dosierung und Zeitplan bei. Besprechen Sie außerdem, was passieren soll, falls Ihr Hund ein Medikament ablehnt oder sich sein Gesundheitszustand verändert.

Bei Hunden mit chronischen Leiden kann es sinnvoll sein, gezielt nach einer Einrichtung mit entsprechender Erfahrung zu suchen.

Welches Futter bekommt mein Hund?

Ein plötzlicher Futterwechsel kann bei manchen Hunden den Magen durcheinanderbringen. Fragen Sie daher, ob Sie das gewohnte Futter mitbringen dürfen.

Informieren Sie die Pension über:

  • Futtermenge und Fütterungszeiten,
  • Allergien und Unverträglichkeiten,
  • erlaubte oder unerwünschte Leckerlis,
  • Besonderheiten beim Fressverhalten.

Das ist besonders wichtig bei Hunden, die Spezial- oder Diätfutter benötigen.

Bewegung und Beschäftigung

Eine hübsche Aussenfläche ist noch lange kein Garant für ausreichend Bewegung – Hunde halten sich schliesslich nicht an Landschaftsarchitektur. Fragen Sie daher gezielt nach dem konkreten Tagesrhythmus.

Wie oft wird Gassi gegangen? Läuft der Hund allein oder im Rudel? Gibt es Angebote zum Toben und Schnüffeln? Und werden Senioren anders behandelt als junge Wirbelwinde?

Auch Nichtstun ist Teil guter Fürsorge. Kein Hund braucht Dauerbespassung. Gerade in ungewohnter Umgebung sind Pausen und Rückzugsorte das A und O.

Fazit

Die beste Hundepension muss nicht zwangsläufig die grösste, protzigste oder teuerste sein. Worauf es wirklich ankommt: Ihr Vierbeiner ist sicher untergebracht, wird zuverlässig umsorgt und seine ganz persönlichen Bedürfnisse finden Beachtung.

Schauen Sie sich die Einrichtung vorab an, löchern Sie das Team mit gezielten Fragen und buchen Sie, wenn möglich, einen Schnuppertag. Klären Sie zudem Futter, Medikamente, Auslauf, Freilauf und den Notfallplan am besten schriftlich.

Wer beim Abschied weiss, wer sich um den Hund kümmert, wie sein Tagesablauf aussieht und was im Ernstfall passiert, kann deutlich gelassener in den Urlaub starten – und legt nebenbei den Grundstein dafür, dass auch Ihr Liebling die Ferienzeit in vollen Zügen genießt.